Camino del Norte

Sonntag den 24.05.2015
Wie das letzte Mal auch, Abfahrt in Erlenbach am Main/Bahnhof. Die Verbindungen nach Frankfurt/Airport sind mittlerweile richtig gut. Allerdings werde ich diese Nacht in Madrid am Airport verbringen müssen, da der Anschluss nach Bilbao erst am Montagmorgen um 6 Uhr statt findet.

Montag den 25.05.2015
Morgens um 06:00 Uhr geht es endlich von Madrid nach Bilbao und von da aus im ersten Schritt vom Airport zum Busbahnhof in die Innenstadt und weiter mit dem Bus nach Irun. Die Fahrt mit dem Bus nach Irun kostet nicht einmal 8.- € und dauert ca 2 Std. Da ich ein kurzentschlossener Pilger bin, fehlt mir (wie soll es auch sonst sein), der Pilgerausweis den ich hoffentlich in einem der Aubergue’s in Spanien bekommen kann. In Irun kurz nach 12 Uhr angekommen muss ich nun leider feststellen, dass dies Aubergue bis 17:00 Uhr geschlossen hat, menno! Und jetzt? Egal, dann lauf ich doch einfach mal los, es wird den schon noch woanders auch geben. Bei den von mir folgenden Etappen Beschreibungen beziehe ich mich auf den OUTDOOR Reiseführer von Raimund Joos den Ihr z.B. HIER beziehen könnt. Auf geht’s mit der ersten von mir gedachten Etappe von Irun an der Spanisch, Französischen Grenze nach Pasaia, ca. 17km. Eine sehr schöne Route direkt an der Steilküste entlang, wenn es nicht mein erster Wandertag gewesen wäre, hätte es mir bestimmt auch gefallen So kam ich völlig erschöpft im Refugio an, was eine ältere umgebaute Kapelle ist, die von Freiwilligen geführt wird. Wirklich schön und herzlich.

Dienstag den 26.05.2015
Nachdem ich die erste Nacht im Refugio von Eremita de Santa Ana erfolgreich überstanden hatte, wurden wir morgens um 06:30Uhr von Freiwilligen aus dem Bett gescheucht, da diese gerne hätten dass alle Peregrinos um 08:00 Uhr verschwunden sind. Der Camino beginnt mit einer kurzen Fähfahrt von Pasaia-Donibane nach Pasaia-San Pedro und nach ein paar 100m dem Hafen entlang geht’s steil über eine Treppe bergauf, wie soll es auch anders sein (daran werde ich mich noch gewöhnen müssen). Der Camino del Norte geht entlang der Küste über Ulia bis man dann nach gut 11km in San Sebastian ankommt. Der Weg ist toll und auch San Sebastian macht auf mich einen wunderschönen Eindruck, eigentlich sollte man hier ein wenig bleiben, doch angespornt vom Lauffieber treibt es mich noch 13km weiter in das Dörfchen Orio, wo ich dann auch in einer privaten Herberge übernachten werde.

Mittwoch den 27.05.2015
Mein Nachbar hat letzte Nacht so dermaßen gesägt, das ich kein Auge zumachen konnte. Noch nicht mal Ohropax hat geholfen, sowas habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Dennoch war der Aufenthalt in der Herberge San Martin super, denn hier traf ich eigentlich zum ersten mal auf andere Pilger. Beim gemeinsamen Abendbrot hat man doch das eine oder andere Interessante erfahren. Der Camino del Norte führt nun weiter über Zarautz nach Getaria nach Zumaia und Deba mit einer gesamten Strecke von 30km. Aber die Tour war richtig klasse!
Allerdings war ich abends auch fix und fertig.

Donnerstag den 28.05.2015
In Deba in der sehr Modernen Herberge im alten Bahnhof übernachtet, den man aber in der Tourist Information zuvor in der Altstadt buchen muss, das verstehe wer will. Wie jeden Tag geht es auch heute am Morgen früh raus und in ein gegenüberliegendes Kaffee um noch vorher eine Kleinigkeit zu  essen. Danach geht es weiter über Anope nach Martina-Xemein wo in einem Kloster (Convento de los Padres Carmelitas) übernachtet wurde. An diesem Abend habe ich auch zum ersten mal mitbekommen, dass manche Restaurants ein Menu del Peregrino für 10.-€ anbieten. Ich selbst finde die Menue’s gar nicht so schlecht, vor allem weil immer eine Flasche Rotwein mit auf den Tisch gestellt wird, erwartet aber nicht zu viel!!
An diesem Abend saßen eine Amerikanerin, eine Singapurerin, eine Kanadierin, eine Holländerin, ein Berliner und natürlich ich am Tisch um eines dieser Menu’s zu dinnieren.

Freitag den 29.05.2015
Abends im Kloster war es saukalt und ich hatte regelrechte schüttel Anfälle. Vermutlich ist mein Körper diese Strapazen die der Camino del Norte einem abverlangt nicht gewohnt, obwohl ich mich regelmäßig sportlich betätige. Was für mich bedeutet, erst einmal nicht mehr auf die 30km Strecke zu spekulieren. Heute führte die Wanderung über Zenarruza, Olabe nach Gernika bei einer Strecke von 25km. Leider habe ich auf dem Weg bis nach Bilbao kaum noch Fotos gemacht, was ich noch bereuen werde!

Samstag den 30.05.2015
In Gernika gönnte ich mir am Freitag Abend eine Pension und wollte mal in Ruhe duschen und auch ohne menschliche Nebengeräusche schlafen. Abends etwas essen und ein Rotweinchen trinken, wie es so in Spanien halt mal üblich ist.
Wie soll es auch anders sein, geht es wie jeden Tag erst einmal steil Bergauf und dann führt mich der Camino del Norte über Eskerika nach Lezama was gar nicht mehr soweit von Bilbao entfernt ist. Tatsächlich spiele ich mit dem Gedanken mich in den Bus zu setzen und den Samstag Abend in Bilbao zu verbringen. Habe es aber letztendlich nicht getan und bin brav ins Refugio gewatschelt.

Sonntag den 31.05.2015
Weiter geht es von Lezama auf dem Camino del Norte nach Bilbao und diese Strecke ist irgendwie gar nicht mehr so schön. Eigentlich läuft man kontinuierlich an, auf oder neben der Straße entlang, was mir gar nicht gefällt. Der Abstieg nach Bilbao ist aber wirklich sehr interessant die alte Treppe hinunter bis in die Altstadt Bilbaos ist toll, dann entlang des Flusses am Gugenheim Museum vorbei und entlang des Hafens. Tja, die 10km den Hafen runter nach Portugalete ist mit Abstand die schrecklichste die ich auf dem ganzen Weg gelaufen bin. An alten zusammengefallenen Industrieruinen vorbei. Richtig trostlos die Gegend. Mein Tip: nehmt euch für die Strecke einen Bus!

Montag den 01.06.2015
Nach dem Hafen von Bilbao ist Portugalete eine spanische Perle, schon die Hängebrücke ist eine Kunst für sich. In Portugalete angekommen gönne ich mir mal ein schönes Hotel mit allem drum und dran. Von Portugalete aus geht es weiter nach Pobena und Castro Urdiales.
Auch diese Strecke ist meines er achtens nicht sonderlich reizvoll, da der Camino del Norte ewig neben der Autobahn entlang läuft. Portugalete allerdings ist eine schönes kleines Städtchen und die Altstadt von Castro Urdiales ist die schönste die ich da gesehen habe.

Dienstag den 02.06.2015
In Castro Urdiales habe ich sage und schreibe 3 x zu Abend gegessen. Unzählige kleine Tapas Bar’s von Schinken, Salami und Meeresfrüchte. Diese Kleinstadt ist es Wert ein paar Tage zu bleiben aber als Wanderer ist man irgendwie immer auf der Hetze jede Menge Kilometer zu schrubben. Nach Castro Urdiales verlassen wir nun auch das Baskenland und schreiten rüber nach Kantabrien und haben ca. 200 km zu Fuss zurück gelegt. Der Weg geht weiter nach Islares, Guriezo, Liendo und Laredo. In Laredo habe ich in der Herberge bei den Missionsfranziskanern übernachtet. Auch das war eine sehr interessante Erfahrung.
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Mittwoch den 03.06.2015
Nach Laredo geht es weiter über Santona und Güemes bis in die Albergue del Abuelo Peuto, eine der größten privaten Herbergen auf der gesamten Strecke. In dieser Nacht waren 48 Pilger in der Herberge die von dem örtlichen Priester und ein paar freiwillige unterhalten werden. Genau dies sind die Plätze wo die Menschen die man auf dem Camino del Norte treffen möchte auch trifft.

Donnerstag den 04.06.2015
Langsam geht meine Zeit auf dem Camino del Norte zu ende. Heute noch von Guemes bis nach Santander laufen, welches einer der schönsten Etappen auf diesem Weg sein soll, danach muss ich mit dem Bus wieder zurück nach Bilbao, weil mein Flug morgen früh um 06:00 zurück nach good old Germany geht. Noch ein paar Bilder von der vorerst letzten Etappe dieser Tour.